Startseite

Saint Jean de Buèges
Das Gästehaus
Anreise
 
"Wege und Lieder" -   Kombiwoche
- Leistungen
- Programm
- Termine und Preise
Wanderwoche

- Leistungen

- Programm
- Termine & Preise
 
Wanderausrüstung
Beispielwanderung
Cirque de l'Infernet
 
Pflanzen1, 2, 3
Schmetterlinge
 
Infos und Links
 
Kontakt
Impressum 

Was blüht denn da?


Weißer Affodill

Asphodelenwiese       Asphodelenwiese

Weißer Affodill (Asphodelius albus), eine für die Garrigue typische Pflanze, die von März bis Mai in dichten Beständen auf freien Wiesen blüht. Ihr häufiges Vorkommen kennzeichnet die Landschaft so sehr, dass die Heimatforscherin Adrienne Durand-Tullou aus Rogue eines ihrer Bücher über die Gegend "Das Land der Asphodelen" betitelte.

Die griechische Mythologie kennt einen Asphodeliengrund, den mittleren Bereich der dreigeteilten Unterwelt, wo die Asphodelen als mythische Blumen wachsen. Ihre Wurzeln gelten als Speise der Toten, die hier als Schatten eine Zeitlang wandeln, bevor sie allmählich verblassen.

"Die Schatten wandeln nicht nur in den Hainen,
davor die Asphodelenwiese liegt,
sie wandeln unter uns und schon in deinen
Umarmungen, wenn noch der Traum dich wiegt."
(...)

Gottfried Benn, Tristesse (1954)

 

"Im Kar zwischen Steingetrümmer und wilden Kräutern blühen die Asphodelen, als sei ein Rausch über die Höhe gekommen, eine leicht violett getönte, oft bis zur Hüfte reichende Art, die unten schon in voller Entfaltung stand, während sie oben erst mit bräunlicher Spitze aufbrach. Die Totenblumen der Alten verwandelten die bizarre, phantastische Höhenwelt in Gefilde der Abgeschiedenen von ergreifender Hochgestimmtheit, als werde, wer hinübergeht, von Genien geleitet. Der fauchende Wind droben im Kamm orgelte seine Schicksalsmelodie dazu."

(Aus der Beschreibung einer Wanderung mit der Einsiedlerin Anastasia bei Saint Guilhem le Désert)
Helmut Domke, Frankreichs Süden - Im Bannkreis der Pyrenäen. Wege nach Santiago. S.269
Prestel München 1982